Offener Breif an Verkehrsminister Tiefensee
Offener Brief an den Verkehrsminister Tiefensee von der Arbeitsgemeinschaft der SPD 60plus Breisgau-Hochschwarzwald
Sehr geehrter Herr Minister Tiefensee,
die Entscheidung der Deutschen Bahn AG, ab Dezember einen Zuschlag von 2,50 € für den Fahrkartenverkauf am Schalter und im Call-Center zu erheben, können wir von der Arbeitsgemeinschaft 60plus der SPD Breisgau-Hochschwarzwald nicht akzeptieren. Sie trifft vor allem die älteren Menschen, allein 50.000 im Kreis Breisgau-Hochschwarzwald und 20 Millionen in Deutschland insgesamt.
Viele ältere Menschen verfügen nicht über einen Internetzugang und können so ihre Fahrkarten nicht online bestellen. Außerdem fallen bereits jetzt Gesprächsgebühren von 0,39 bis 1,80 € beim Kartenverkauf im Call-Center an. Die Verkaufsautomaten stellen vor allem für mobilitätseingeschränkte und sehbehinderte Ältere keine angemessene Alternative dar.
Gerade für ältere Menschen ist es wichtig, so lange wie möglich mobil zu sein. Diese Mobilität wird von der Deutschen Bahn immer und überall in der Werbung propagiert, jedoch sprechen solche Entscheidungen wie der Bedienzuschlag, erneute Fahrpreiserhöhungen und die vielen Einsparungen zu Lasten der Kunden den Werbeaussagen Hohn.
Die Deutsche Bahn hat vom Grundgesetz den gesellschaftlichen Auftrag, Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen zu gewährleisten. Dazu gehören auch grundlegende Serviceleistungen.
Außerdem befürchten wir gerade als Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten, dass wieder Arbeitsplätze verloren gehen, wenn sich die Serviceleistungen immer mehr auf Automaten beschränken. Ganz abgesehen vom Umweltschutz, wenn viele Bahnkunden aufgrund der Gebührenerhöhungen doch wieder auf das Auto umsteigen.
Befremdet hat uns auch Ihre Aussage, die wir in der Presse lesen mussten, keinen Einfluss von Politikseite auf die Entscheidungen eines „privatwirtschaftlichen Unternehmens wie der Bahn“ nehmen zu können. Unseres Wissens ist der Bund zum größten Teil Eigentümer der Bahn und ein Eigentümer hat unserer Ansicht nach sehr wohl Einfluss auf Entscheidungen.
Wir fordern Sie, sehr geehrter Herr Minister Tiefensee, daher auf, sich bei der Deutschen Bahn AG sofort für die Rücknahme des Bedienzuschlags zu verwenden.
Rose Riedl
Vorsitzende für den AK 60plus des SPD-Kreisverbandes
Breisgau-Hochschwarzwald





