Mut und Realismus?

Veröffentlicht am 25.08.2010 in Pressemitteilungen

Gemeinsame Pressemitteilung des SPD-Kreisverbandes Breisgau-Hochschwarzwald und seiner Kreistagsfraktion in Kooperation mit dem SPD-Ortsverein Gundelfingen und dessen Arbeitskreis „Atomausstieg“: Mut und Realismus?

Unter dem Titel „Mut und Realismus für Deutschlands Energiezukunft“ veröffentlicht der Verein „Energiezukunft für Deutschland e.V. i.G.“ dieser Tage ganzseitige Anzeigen in den großen überregionalen Zeitungen Deutschlands. Dieser, vor allem aus den vier großen Energiekonzernen dieses Landes, RWE, E.ON, EnBW und Vattenfall bestehende Verein hat sich für seinen „energiepolitischem Appell“ neben Konzernführern, Volks- und Betriebswirten einige illustre Rechtsanwälte und Ex-Fussballspieler in das Boot geholt.

Mittels einer ganzen Reihe verdrehter Behauptungen geht es diesem Verein eigentlich nur darum, die Energiegewinnung aus der Kernkraft bis in alle Ewigkeit zu verlängern. Das Ganze gipfelt im Hinweis, dass es sowohl um die Zukunftsfähigkeit Deutschlands, als auch um die Sicherung der Lebensgrundlagen von morgen ginge. Halten bereits die Argumente dieses Vereins kaum einer seriösen wissenschaftlichen Betrachtung stand, so ist dieser moralisch verbrämte Schlussaufruf nur noch zynisch.
Die Kernenergie gefährdet mit ihrer ungelösten Endlagerproblematik nicht nur die Lebensgrundlagen von morgen. Mit ihrem Betrieb und der Gewinnung seines Brennstoffes werden bereits jetzt unsere Lebensgrundlagen massiven Gefahren ausgesetzt. Komplexe Techniken sind nie ganz beherrschbar, aber kaum eine löst derart katastrophale Unfälle wie die Kernenergie aus. Der Uranabbau verwüstet und kontaminiert nicht nur riesige Landflächen im hauptsächlichen Besitz indigener Völker. Ohne zureichende Schutzvorkehrungen, ohne jeden Hinweis auf die Gefährlichkeit der Arbeit, des Abraums, des Abwassers werden zudem die indigenen Bewohner oder die Arbeiter etwa im Niger der Strahlung ausgesetzt, erkranken und sterben an ihr – und das sind nicht nur einige wenige!
Unter den Unterzeichnern dieses Appells befinden sich viele der CDU nahestehende Männer, wie der Rechtsanwalt Friedrich Merz oder der Ex-Fussballer Oliver Bierhoff. Diese beiden Familienväter haben nie einen Hehl daraus gemacht, dass sie sich christlichen Werten, eben wie die ganze CDU verpflichtet fühlen. Dem Christentum, wie allen großen Religionen der Welt sind Dinge wie das Mitgefühl mit den Leidenden, die Nächstenliebe, die Barmherzigkeit zu eigen. Das macht sie zu moralischen Instanzen. Menschen, die sich darauf berufen, dann aber aus allein persönlichen, aus finanziellen Vorteilen heraus gänzlich anders handeln sind nicht nur einfach zynisch oder verlogen, die handeln menschenverachtend!
Erinnern wir uns: Ein Verein darf sich dann e.V. nennen, wenn er gemeinnützig und nicht wenn er gemeingefährlich ist. Doch nicht nur darum lehnen der SPD-Kreisverband Breisgau-Hochschwarzwald, seine Kreistagsfraktion sowie der SPD-Ortsverein Gundelfingen und dessen Arbeitskreis „Atomausstieg“ das Treiben dieses Vereins vollständig ab. Sondern auch weil die gerade Genannten den energiepolitischen Weg der SPD für richtig halten und vor allem mit aller Energie die Wertvorstellungen der deutschen Sozialdemokratie vertreten - das solidarische Handeln mit und für andere.

Für die genannten Gliederungen,
Kersten Vogt
OV-Pressereferent, SPD-Gundelfingen

 

Homepage SPD Kreisverband Breisgau-Hochschwarzwald

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